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Gruff Rhys: American Interior (Albumkritik)

 

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Gruff Rhys: American Interior (Turnstile)

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Das vierte Soloalbum des früheren Super Furry Animal Gruff Rhys ist von John Evans, inspiriert, jenem Entdeckungsreisenden des 18. Jahrhunderts, der den Missouri (Fluss) kartographierte, während er vergeblich nach einem verschollenen amerikanischen Stamm suchte, der Walisisch spricht. Zusätzlich zu diesem Konzeptalbum über Evans hat Rhys einen Dokumentarfilm über seine Tournee im Jahr 2012 gemacht (Gigs, die eine PowerPoint-Präsentation über Evans beinhalteten); dazu gibt es noch ein Buch – tut mir leid, einen "psychedelic historical travelogue" – und für alle, die es ein wenig interaktiver mögen, eine App. Doch dieses umfangreiche Multimedia-Projekt hat Rhys nicht davon abgehalten, ein Album voller Geist, Originalität und unvergesslicher Melodien zu kreieren, das vom rumpelnden Rockabilly „100 Unread Messages“ über „Lost Tribes“ mit seiner Hommage an „Bette Davis' Eyes“ bis hin zum hypnotischen Titelsong voll und ganz überzeugt. American Interior beschäftigt sich mit Mythos und Abenteuer, der Bedeutung des Versagens, der nationalen und Rhys' eigener Identität (er glaubt, dass Evans ein entfernter Verwandter war). Doch die Songs wurden nicht gewaltsam in das Evans-Konzept gepresst, sondern können ungehindert ihre ganze Schönheit und Wirkung entfalten, weshalb auch jeder für sich Bestand hat und voll überzeugt.

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Oyna!

The Horrors: Luminous (Albumkritik)

 

Pulsierende, tanzbare Psychdelic-Klänge

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The Horrors: Luminous (XL)

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Als The Horrors 2009 ihr zweites Album Primary Colors veröffentlichten, deutete der stilistische Wandel gegenüber dem Debüt darauf hin, dass die Gruppe sich nun im Stile von Primal Scream ständig neu erfinden würde. Doch seit damals folgt ihr musikalischer Fortschritt eher dem Pfad von Radiohead nach OK Computer. Nachdem Sie auf einen Sound gestoßen waren, von dem sie meinen, er tauge zu ausführlicher Erforschung – in ihrem Fall pulsierende Technicolor-Psychedelia -, verfeinerten Sie diesen auf ihren nächsten Veröffentlichungen. Das soll nicht heißen, dass ihr mittlerweile viertes Album eindimensional wäre. Die für sie typischen lange nachklingenden Gitarrenakkorde und die fast motorischen Rhythmen werden durch verschiedenste Einflüsse gebrochen: Punk-Funk-Grooves („In and Out of Sight), glitzernde Moroder-Discoklänge (I See You) und sogar Gesang, der an Baggy der frühen 90-er erinnert („Mine And Yours“). Diese Verfeinerungen nähern den Sound der Band dem Dancefloor an, auch wenn der fragliche Dancefloor gelegentlich einen Anflug von Unwohlsein aufkommen lässt, wann immer man Anklänge an Lady Godiva's Operation oder My Funny Valentine wahrnimmt. The Horrors werden wohl beim nächsten Mal ihren Sound radikaler durchschütteln müssen, doch Luminous ist der aktuellen Meute von Gitarrenbands noch immer Lichtjahre voraus.

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Oyna!